Standards & Formate

Aztec-Codes, PDF417 und deine Bordkarte

Die 2D-Barcodes auf Flugtickets und Ausweisen sind keine QR-Codes. Lerne Aztec und PDF417 kennen und erfahre, warum sie verwendet werden.

Aztec-Codes und PDF417 sind die beiden 2D-Barcodes, die sich auf deiner Bordkarte, deinem Nahverkehrsticket und deinem Führerschein verstecken – einer sieht aus wie eine Zielscheibe, der andere wie ein Stapel winziger Streifen, und jeder wurde aus sehr guten Gründen gewählt.

Wenn du das nächste Mal fliegst, schau dir deine Bordkarte genau an. Das klotzige Muster neben dem Strichcode ist kein QR-Code – es ist meist ein Aztec-Code oder ein PDF417. Diese Formate steuern still die Welt der Reise- und Ausweisdokumente, und sie zu verstehen erklärt viel darüber, warum Fluggesellschaften und Zulassungsstellen nicht einfach überall QR verwenden. Lass sie uns entschlüsseln. 🐾

Die beiden Formate kennenlernen

Sowohl Aztec als auch PDF417 sind zweidimensionale Barcodes, wie QR und Data Matrix, aber jeder hat ein unverwechselbares Aussehen und eine Nische, die er beherrscht:

  • PDF417 – ein gestapelter linearer Code, der aussieht wie mehrere kurze Strichcodes, die übereinandergestapelt sind. Standardisiert als ISO/IEC 15438.
  • Aztec – ein quadratischer Code mit einer Zielscheibe in der Mitte. Standardisiert als ISO/IEC 24778.

PDF417: der gestapelte Strichcode

PDF417 ist der ältere der beiden und der Außenseiter in der 2D-Welt. Statt eines echten Rasters ist er ein Stapel von Zeilen, wobei jede Zeile ein kleiner linearer Strichcode ist. Der Name kommt von seiner Struktur: Jedes Muster (Codewort) besteht aus 4 Balken und 4 Lücken, die 17 Module umspannen – „4“, „17“. Er wird von links nach rechts gelesen, Zeile für Zeile, ein bisschen wie das Lesen von Textzeilen.

Jede Zeile beginnt und endet mit Markierungen, damit ein Scanner nachverfolgen kann, in welcher Zeile er sich befindet, was bedeutet, dass ein darüberstreichender Laserscanner ihn lesen kann, obwohl er Daten in 2D-Größenordnung enthält. PDF417 hat eine gute Kapazität – genug für Namen, Daten, Dokumentnummern und sogar Fotos oder biometrische Daten in komprimierter Form –, was genau der Grund ist, warum er auf Ausweisdokumenten landete.

Wo du PDF417 findest

  • Führerscheine und Ausweise – die Rückseite vieler Führerscheine trägt einen PDF417 mit den Daten des Karteninhabers.
  • Bordkarten – viele Fluggesellschaften drucken PDF417 auf Papierbordkarten.
  • Versand- und Lageretiketten – wo viele Daten mit einem Paket mitreisen müssen.
  • Frankierung – manche Postdienste nutzen ihn für Zustelldaten.

Aztec: der Zielscheiben-Code

Aztec ist das neuere, kompaktere Design und sofort erkennbar an seinem quadratischen Zielscheiben-Suchmuster in der Mitte – konzentrische Quadrate, die nach außen strahlen, ein bisschen wie eine Bogenschießscheibe. Die Daten kreisen spiralförmig um dieses zentrale Auge.

Aztecs charakteristischer Vorteil ist, dass es keine Ruhezone benötigt – den leeren Rand, den QR-Codes rund um ihre Kanten brauchen. Weil sein Finder in der Mitte statt in den Ecken sitzt, rastet ein Scanner in der Mitte ein und liest nach außen, sodass der Code direkt an anderem Aufdruck anliegen kann. Diese Platzeffizienz ist auf einem vollgepackten Ticket kostbar. Er ist außerdem robust und lässt sich gut lesen, selbst auf minderwertigen Bildschirmen und zerknittertem Papier.

Wo du Aztec findest

  • Bordkarten von Fluggesellschaften – besonders mobile Bordkarten, die auf einem Handybildschirm angezeigt werden.
  • Zug- und Nahverkehrstickets – viele Bahnnetze nutzen Aztec für E-Tickets.
  • Veranstaltungstickets – wo Kompaktheit und Bildschirm-Scannen wichtig sind.
Aztecs Design von der Mitte nach außen und der Verzicht auf eine erforderliche Ruhezone machen es zum Favoriten für Tickets, die auf Handybildschirmen angezeigt werden, wo jeder Millimeter zählt.

Warum nicht einfach QR-Codes verwenden?

Eine berechtigte Frage – QR-Codes sind überall sonst zu finden. Mehrere praktische Gründe erklären die Aufteilung:

  • Geschichte und installierte Basis. PDF417 wurde für Führerscheine und Bordkarten übernommen, bevor QR allgegenwärtig wurde, und Millionen von Scannern und Systemen auszutauschen ist teuer. Einmal etablierte Standards bleiben tendenziell bestehen.
  • Scanner-Kompatibilität. Die Scanner an Flughafen- und Bahngates sind oft Laser oder spezialisierte Lesegeräte, die auf Aztec und PDF417 abgestimmt sind. Diese Formate lassen sich an jenen Gates zuverlässig lesen.
  • Platzeffizienz. Aztecs Verzicht auf eine Ruhezone und PDF417s flache, breite Form passen besser zu den physischen Layouts von Tickets und Kartenrückseiten, als ein quadratischer QR es manchmal tun würde.
  • Robustheit auf Bildschirmen und abgenutztem Papier. Beide Formate wurden teils deshalb gewählt, weil sie sich zuverlässig von einem Handybildschirm oder einer zerknitterten Bordkarte scannen lassen.

Nichts davon bedeutet, dass QR unterlegen ist – es ist nur so, dass sich diese Branchen auf Formate standardisiert haben, die zu ihren Gates und Dokumenten passten, und es gibt wenig Grund, das zu ändern, was funktioniert. Für den umfassenderen Stammbaum siehe die Geschichte der 2D-Barcodes.

Wie sie sich mit QR und Data Matrix vergleichen

FormatStandardAussehenFinderHäufige Anwendung
QR-CodeISO/IEC 18004Quadratisches RasterDrei EckquadrateVerbraucherlinks, Zahlungen
Data MatrixISO/IEC 16022Quadratisches RasterL-Form + TaktspurWinzige Industrieteile
PDF417ISO/IEC 15438Gestapelte Zeilen (breit)Zeilen-Start/Stopp-MarkierungenAusweise, Bordkarten
AztecISO/IEC 24778QuadratischZentrale ZielscheibeNahverkehrs- und Flugtickets

Die wesentlichen Gegensätze: PDF417 ist breit und gestapelt statt quadratisch und benötigt mehr physische Breite. Aztec ist kompakt und braucht keine Ruhezone, sodass es sich eng auf kleine Tickets packt. QR ist der Verbraucher-Generalist, der von jedem Handy gelesen wird, und Data Matrix ist der Spezialist für winzige Teile. Unser Leitfaden QR-Code vs. Data Matrix behandelt dieses letzte Paar ausführlich.

Nutzen sie alle Fehlerkorrektur?

Ja. Wie QR nutzen sowohl PDF417 als auch Aztec die Reed–Solomon-Fehlerkorrektur, das mathematische Sicherheitsnetz, das einen verschmierten oder teilweise beschädigten Code trotzdem lesbar macht. Sowohl Aztec als auch PDF417 lassen den Herausgeber wählen, wie viel Fehlerkorrektur enthalten sein soll, wobei Kapazität gegen Widerstandsfähigkeit getauscht wird – wichtig, wenn eine Bordkarte den ganzen Tag in einer Gesäßtasche gefaltet war. Unser Erklärstück zur Reed–Solomon-Fehlerkorrektur behandelt, wie das funktioniert, und Fehlerkorrektur bei QR-Codes zeigt die vier Stufen von QR.

Kann mein Handy sie lesen?

Oft, ja. Viele moderne Handykameras und Barcode-Apps können Aztec und PDF417 lesen, nicht nur QR. Aber die allgemeine Handy-Unterstützung ist weniger konsistent als bei QR-Codes, was ein Grund ist, warum QR die Standardwahl für Codes bleibt, die sich an die breite Öffentlichkeit richten. Wenn du etwas baust, das jeder mit jedem Handy scannen soll, ist QR immer noch die sichere Wahl – und genau das stellen wir her.

Die Spur von QR Puppy

Wir bleiben bei standardkonformen, statischen QR-Codes, weil sie die universelle, reibungslose Option für den Alltag sind: von jedem Handy lesbar, kein Tracking, kein Ablauf, quelloffen. Aztec und PDF417 sind hervorragend in ihren Aufgaben, aber diese Aufgaben leben an Ticket-Gates und in Zulassungsstellen, nicht auf deinem Restaurant-Flyer. Wenn ein schlichter, dauerhafter QR-Code das ist, was du brauchst, erklärt unser Manifest unseren Ansatz, und du kannst gleich jetzt einen kostenlosen QR-Code erstellen.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Code auf meiner Bordkarte ein QR-Code?

Normalerweise nicht. Fluggesellschaften nutzen typischerweise Aztec-Codes (besonders für mobile Bordkarten) oder PDF417 (häufig auf Papierbordkarten). Beide sind 2D-Barcodes wie QR, wurden aber wegen ihrer Kompaktheit und Kompatibilität mit den Gate-Scannern der Fluggesellschaften gewählt.

Warum braucht Aztec keine Ruhezone?

Sein Suchmuster ist eine Zielscheibe in der Mitte, sodass Scanner in der Mitte einrasten und nach außen lesen, anstatt nach Eckmarkierungen zu suchen. Das bedeutet, dass der Code nicht den leeren Rand benötigt, den ein QR-Code braucht, und direkt an anderem Aufdruck anliegen kann.

Wofür steht „PDF417“?

PDF steht für Portable Data File. Die „417“ bezieht sich auf seine Struktur: Jedes Codewort besteht aus 4 Balken und 4 Lücken über 17 Module. Es ist ein gestapelter linearer Strichcode, im Grunde mehrere kurze Strichcodes, die in Zeilen gestapelt sind.

Warum nutzen Führerscheine PDF417?

PDF417 fasst genug Daten, um die Angaben eines Karteninhabers in einem maschinenlesbaren Streifen zu speichern, und es wurde für Ausweisdokumente standardisiert, bevor QR verbreitet war. Seine breite, flache Form passt außerdem gut auf die Rückseite einer Karte.

Sind Aztec und PDF417 kostenlos nutzbar wie QR?

Ja. Beide sind offene ISO-Standards (ISO/IEC 24778 und ISO/IEC 15438) ohne Gebühren pro Code, genau wie QR. Die wichtigste praktische Hürde ist, dass weniger Verbrauchergeräte sie standardmäßig lesen als QR-Codes.

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